Sonntag, 10. August 2008

von Julian Leimann: Bericht über den WYD in einer deutschen Tageszeitung

Kängurus, Koalas und gefährliche Schlangen gibt es in Australien reichlich zu bestaunen. Doch der eigentliche Grund, warum sich fünf junge Hagener kürzlich auf die Reise zum anderen Ende der Welt begaben, war der Weltjugendtag in Sydney. Mittendrin die Jugendlichen der St. Mariengemeinde Elisabeth Kurzeja (20), Vanessa Sequeira de Pinho (20), Roland Wycislok (17), Martin Leung (19) und Julian Leimann.


Die Idee dazu entstand spontan beim letzten Weltjugendtag in Köln. Angeschlossen haben sich die Hagener bei der bislang größten Tour ihres Lebens der österreichischen Loretto- Gemeinschaft, von der sie sofort herzlich aufgenommen werden.

Alle drei Jahre findet ein Weltjugendtag statt und er bringt gläubige Jugendliche aus der ganzen Welt zusammen.

Vor dem eigentlichen Start des Events stehen die Erkundung des Kontinents und der Kontakt mit den Einheimischen auf dem Programm.

Nach ersten vorsichtigen Annäherungen an Wombats und Krokodile folgt eine Woche der religiösen Begegnung in Wagga Wagga, einem Ort an der Grenze zum Outback Australiens.

Dort wird die Gruppe in Familien untergebracht, wobei die Hagener auf einer Kängurufarm unterkommen. Der  nächste Nachbar wohnt nur einen Steinwurf entfernt, etwa 15 Minuten mit dem Auto. „Wahnsinn, mal eben schnell Zucker holen, klappt da nicht“, sagt der Österreicher Gottfried Schwarzenberger (20), der sich mit den Hagenern direkt gut versteht und lacht.

Die Familien sorgen dafür, dass es an nichts fehlt. „Die Nächstenliebe dieser Menschen ist wirklich unbeschreiblich und ich bin froh, dass ich eine Woche gemeinsam mit ihnen verbringen darf“, erzählt Elisabeth.

Nach dieser aufregenden Woche geht es weiter nach Sydney zum eigentlichen Weltjugendtag.

Schon bei der Eröffnungsmesse wird bis spät in die Nacht gefeiert.

Am Freitag verfolgen die Pilger fasziniert den Kreuzweg durch ganz Sydney. „Wir haben das Glück, dass wir direkt vor der Oper sind und so alles vor einer schönen Kulisse verfolgen dürfen“, sagt Vanessa tief beeindruckt. Auf dem Opernplatz werden drei Stationen des Kreuzweges nachgestellt, der Rest kann auf einer Leinwand verfolgt werden.

Mit dem nächsten Morgen beginnt der Pilgerzug zur Pferderennbahn. Hier sollen die nächste Nacht und die Abschlussmesse erlebt werden. Voll gepackt mit Rucksack, Isomatte und Schlafsack ziehen auch die Hagener los.

Am Feld angekommen bekommt jeder erstmal eine Tasche voller Essen für die nächsten Mahlzeiten. Jetzt noch schnell den richtigen Platz suchen und das Lager für die Nacht kann errichtet werden. Lange dauert es nicht, da ist das Feld schon voller Pilger. Oft kommen Jugendliche aus anderen Ländern zu den Hagenern, um Flaggen oder Souvenirs als Erinnerung zu tauschen. „Es ist einfach wunderbar mit wie vielen verschiedenen Nationen wir hier aufeinander treffen“, erzählt Martin begeistert und unterschreibt auf dem Rucksack von einem Mädchen aus Hongkong.  

Der Abend kommt und das ganze Feld erstrahlt während der Vigil im Kerzenschein. Passend zum Rhythmus der Weltjugendtagshymne schunkeln die Jugendlichen Arm in Arm mit.   

Noch lange wird getanzt, gesungen und gelacht, bis auch die Letzten in ihren Schlafsäcken verschwinden.

Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken brechen, dauert es nicht lange, bis die Hagener aufwachen und ihr Frühstück auf dem Boden des Platzes genießen.

Schnell aufessen, denn Papst Benedikt XVI erreicht auch schon das Feld und begrüßte alle herzlich.

Die Abschlussmesse verfolgen die Pilger voller Begeisterung. „Eine tolle Predigt ist das“, schwärmt Elisabeth, umgeben von einem scheinbar endlosen Flaggenmeer.

Für viele Jugendliche ist der Weltjugendtag am anderen Ende der Welt ein unvergessliches Erlebnis. „Die ganze Zeit war einfach wunderschön. Es ist toll zu sehen, dass die Kirche jung ist und man mit dem Glauben nie alleine ist“, sagt Katharina Aigner (19) aus Österreich.

Laut wird gejubelt, Fahnen werden geschwenkt und viele Jugendliche umarmen sich, als der Papst verkündet, dass der nächste Weltjugendtag in Madrid sein wird. Für die Hagener ist sofort klar: „Wir sehen uns in drei Jahren in Spanien!“. Gestärkt im Glauben, wie sie selbst sagen, treten sie kurz darauf die Rückreise in ihre Hagener Heimatgemeinden an.

Das Abenteuer Australien endet doch die deutsch- österreichische Freundschaft ist nach der langen gemeinsamen Zeit sehr eng geworden. „Ich fahr schon bald nach Salzburg, um unsere neuen Freunde zu besuchen“, plant Roland bereits.

 

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